Eisvogel

Blaues Juwel.

Wichtige Fakten

Größe: 17-19,5 cm
Gewicht: 11-21 g

unverwechselbares, schillerndes Gefieder
Unterschied: Weibchen haben eine orange gefärbte Schnabelunterseite

9 500–15 500 Brutpaare, meist monogame Dauerehe
aber einige Männchen betreiben Bigamie mit zwei Weibchen:
Er füttert dann beide Bruten parallel im Wechsel, während die einen Jungen schon geschlüpft sind, brütet dann das zweite Weibchen parallel und wird auch von ihm versorgt. (Schachtelbrut)

Zur Balz trägt das Männchen kleine Fische herbei.

Brutzeit: ab Ende März-August
meist selbstgegrabene Brutröhren (40-80 cm) im lehmigen Boden
8cm hoch, mit einem Kessel am Ende ca. 17 cm Durchmesser
5-7 Eier, 2-3 Bruten im Jahr
Brutdauer ca. 21 Tage, verlassen das Nest nach ca. 23-27 Tagen


Standvogel und Kurzstreckenzieher
ganzjährig zu beobachten

Aussehen

Kompakter Körperbau mit kurzen orangen Beinen.
Prächtiges blau-grünes Gefieder am Rücken und Kopf, im Kontrast dazu einen rostroten Bauch.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum, das Männchen ist etwas größer.
Nur durch die orange gefärbte Schnabelunterseite des Weibchens ist meist eine einfache Unterscheidung möglich.
Ansonsten ist der Schnabel ca. 4 cm lang, dunkel und kräftig.
An der Kehle und an den Halsseiten besitzt er jeweils einen weißen Fleck.
Er ist trotz seiner Farbenpracht für seine Feinde und seine Beute sehr gut getarnt.
Von oben ist er vor dem fließenden Wasser des Baches mit seinem blauen Gefieder kaum zu erkennen. Von unten verschmilzt das orange Gefieder sehr gut mit dem lehmigen Ufer. 

Ernährung

Fische (4 - 7 cm), kleine Frösche und Kaulquappen, Kleinkrebse, Wasserinsekten und deren Larven.
Er benötigt täglich 15-30 Gramm Nahrung, das entspricht ungefähr 5-10 kleinen Fischen. 

Lebensraum

Stehende oder ruhig fließende, klare kleinfischreiche Gewässer.
Er benötig dort Ansitzmöglichkeiten im Uferbereich.
Als Brutplatz werden lehmige Abbruchkanten, Böschungen oder Steilufer benötigt, in denen er seine Niströhre anlegen kann. Teilweise nutzt er auch Wurzelteller umgestürzter Bäume. 

Verhalten

Oft entdeckt man den Eisvogel auf einer Sitzwarte. Von dort aus versucht er im klaren Wasser seine Beute zu erspähen. Wenn er seine Beute entdeckt, dann stürzt er sich schräg nach vorne kopfüber ins Wasser. Er beschleunigt dabei mit kurzen Flügelschlägen. Der Körper wird beim Eintauchen gestreckt, die Flügel werden nah angelegt. Die Augen bleiben dabei offen und sind von einer Nickhaut geschützt. Unter Wasser wird mit ausgebreiteten Flügeln und Beinen abgebremst, bevor er die Beute ergreift.
Beim Auftauchen, taucht er mit dem Kopf an die Brust gepresst mit dem Schnabel zuerst wieder auf.
Nach der Jagd kehrt er meist zu seinem Ansitz zurück, um dort seine Beute zu verspeisen. Kleine Fische kann er sofort fressen, größere Fische schlägt meist an einem Ast oder Wurzel tot. Dann wendet er seine Beute, um diese mit dem Kopf voran (mit der Schuppenrichtung) als Ganzes zu verspeisen.
Unverdauliches würgt er als Gewölle aus.

Beim Abflug ist meist ein kurzer, scharfer Ruf »tjii« zu hören.
Er fliegt oft geradlinig, sehr nah direkt über der Wasseroberfläche, wobei man »tieht, tieht« hören kann.

Die Balz und Brutrituale sind sehr ausgeprägt, es werden Hochzeitsgeschenke (kleine Fische) gebracht, damit er nachweisen kann, dass er sich um eine zukünftige Brut kümmern kann. Zudem wird so die Bindung gestärkt.
Er überreicht dem Weibchen die Beute mit einer Verbeugung, während es das Geschenk mit zitternden Flügeln und Rufen entgegennimmt.
Zudem wird in dieser Zeit auch häufiger zusammen auf Ästen abwechselnd rufend vor möglichen Brutstellen gesessen und diese werden begutachtet.

Während des Baus der Nisthöhle finden viele solcher Balzfütterungen und auch Paarungen statt.
Zu Beginn des Höhlenbaus sitzt das Brutpaar vor einer Steilwand, bis das Männchen plötzlich losfliegt und kurz im Rüttelflug vor einer geeignet erscheinenden Stelle verharrt, um dann mit dem Schnabel in die Erdwand zu hacken. Danach kehrt es auf den Ansitz zurück, um sich Erdreste vom Schnabel zu reiben. Diese Arbeit führt es fort, bis das Weibchen Stelle als geeignet empfindet, dann wechseln sich beide beim Höhlenbau ab, während der andere aufpasst.
Der Bau einer Bruthöhle kann 2-3 Wochen dauern. Fertiggestellte Höhlen werden zur Markierung mit weißen Kotspritzern gekennzeichnet. Teilweise werden aber auch alte Höhlen gereinigt und weiter ausgebaut. Oder auch weiter Höhlen gebaut, um parallel zwei Bruten zu haben, während dann das Weibchen schon auf der zweiten Brut sitzt, füttert das Männchen parallel das Weibchen und die vorige Brut. 

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